Programm 2016

Kurztexte zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

 

Freitag (1. Juli):

15.00 Uhr: Zelteröffnung

17.00-19.00 Uhr: Pegida, AfD und der Aufstieg der Neuen Rechten in Europa – Welche Antworten gibt die Linke?

 

Samstag (2. Juli):

11.00-13.00 Uhr: Dem Schlachten ein Ende setzen – ein Dialog über Marxismus und Tierbefreiung

13.00-14.30Uhr: Wie weiter in Europa – »soziales Europa« oder Auflösung von Euro/ EU? Was muss passieren?

15.15-17.00 Uhr: Hoch die »antinationale« Solidarität? »Antideutsche« vereinnahmen den Internationalismus – gegen Klassenbewusstsein und Antiimperialismus

 

Sonntag (3. Juli):

11.00-13.00 Uhr: Wie weiter im Ukrainekonflikt – Neuer Kalter Krieg oder wird der Konflikt eingefroren?

13.30-14.45 Uhr: Blockadetraining & Rechtshilfe

15.00-17.00 Uhr: »Gleiche Rechte für alle!« – Selbstorganisierte Flüchtlingsproteste und soziale Kämpfe

 

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Freitag (1. Juli)

17.00-19.00 Uhr

Pegida, AfD und der Aufstieg der Neuen Rechten in Europa – Welche Antworten gibt die Linke?

Im Juni 2015 spaltete sich die AfD. Diverse politische Kommentatoren hofften, dass die sozialchauvinistischen Partei mit völkischen Tendenzen damit an ihr Ende gekommen sei. Als dann im Oktober 2015 die Flüchtlingsdebatte hochkochte, verstand es die AfD jedoch, sich mit ihren Forderungen nach Grenzschließungen und Abschiebungen in Szene zu setzen. Seitdem liegt die Partei Landtagswahl-Umfragen zufolge teils bei weit über 10 Prozent und wird mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 als drittstärkste Partei gehandelt. Schon bei den vergangenen Landtagswahlen am 13. März konnten die Rechten überdurchschnittliche Erfolge erzielen und kamen in Sachsen-Anhalt aus dem Stand auf fast 25 Prozent der Stimmen.

Rassistische Netzwerke wie »Pegida« haben die politische Linke in Sachen außerparlamentarischer Opposition vielerorts erfolgreich abgelöst und sie zugleich in die politische Bedeutungslosigkeit verbannt.

In anderen europäischen Ländern haben sich offen neofaschistische Parteien in politische Formationen transformiert, die – wie etwa der französische Front National – bald Teil der politischen Eliten in ihren Ländern sein werden oder dies sogar schon sind. Klassische »Nazis«, die offen u.a. auf Blut-und-Boden-Ideologie, völkischen Rassismus, Antisemitismus und Sozialdarwinismus rekurrierten, wurde teilweise von derlei Formationen abgelöst.

Zugleich hat es ein Großteil der Linken bisher nicht verstanden, ihre Analysen den konkreten Veränderungen anzupassen – oder ist gar nicht willens dazu.

Wie kann der Widerstand gegen die Rechtspopulisten vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen organisiert werden? Welche Verantwortung trägt die politische Linke für das Erstarken von »Pegida« und AfD in der Bundesrepublik? Wie sieht es in unseren Nachbarländern aus?

Es diskutieren:

* Dr. Volker Külow, Leipzig (Ehemaliges Mitglied des Sächsischen Landtages, Die Linke)

* Markus Bernhardt, Berlin (Journalist & Autor, Tageszeitung junge Welt)

* Hans – Christoph Stoodt, Frankfurt (Sprecher der Anti-Nazi-Koordination Frankfurt)

* Susann Witt-Stahl, Hamburg (Journalistin & Chefredakteurin des Musikmagazins Melodie und Rhythmus)

 

Moderation: Thomas Zmrzly, Duisburg (Sprecher Duisburger Netzwerk gegen Rechts)

 

Samstag (2. Juli):

11.00-13.00 Uhr

Dem Schlachten ein Ende setzen – ein Dialog über Marxismus und Tierbefreiung

Bis heute ist die Forderung nach einem Ende der Tierausbeutung nur auf der Agenda der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung zu finden. Die historisch noch junge Bewegung verliert sich bisher in eifrigem Aktivismus und Konsumboykott und versäumt es, die Herrschaft des Menschen über die Tiere im Kontext der Klassenfrage zu verstehen und diese entsprechend zu beantworten. Die klassenkämpferische Linke hingegen ignoriert das gesellschaftlich produzierte Leiden der Tiere in ihrer Theorie und Praxis weitgehend. Viele KommunistInnen belächeln die Anliegen der TierausbeutungsgegnerInnen; einige reden sogar der Fleischindustrie das Wort – obwohl es kein einziges historisch-materialistisches Argument dafür gibt, das Leid der Tiere nicht ebenso abzuschaffen wie unser eigenes.

Die von der Tierrechtsgruppe Zürich herausgegebene Publikation „Dem Schlachten ein Ende setzen“ leistet einen Beitrag, die Kluft zwischen MarxistInnen und TierbefreierInnen zu verringern. Im Gespräch zwischen einem Mitglied des Herausgeberkollektivs und einem der Autoren soll erläutert werden, warum eine Vereinigung von Marxismus und Tierbefreiung nicht nur politisch sinnvoll, sondern historisch notwendig und überfällig ist.

Veranstalter:

* Assoziation Dämmerung (Gesellschaftstheorie, Ideologiekritik, Klassenkampf), Hamburg

Die Publikation „Dem Schlachten ein Ende setzen“ kann unter folgendem Link als PDF heruntergeladen werden: http://www.tierrechtsgruppe-zh.ch/wp-content/files/Marxismus_und_Tierbefreiung_Antidot.pdf

 

13.00-14.30 Uhr

Wie weiter in Europa – »soziales Europa« oder Auflösung von Euro/ EU? Was muss passieren?

Mit der Gründung der EU und der Einführung einer gemeinsamen Währung verbanden bürgerliche ÖkonomInnen und PolitikerInnen die Zusicherung einer rosigen Zukunft. Mit dem Euro sollten gleich mehrere Versprechen eingelöst werden: wirtschaftliche Prosperität, sozialer Wohlstand und eine solidarische Politik. Doch stattdessen wurde er zum Instrument eines Schockprogramms zur Senkung von Löhnen und zum Abbau staatlicher Sozialleistungen. Die gemeinsame Währung diente nur den stärksten Volkswirtschaften in einem Integrationsraum, in dem die sozioökonomischen Bedingungen einzelner Staaten zunehmend ungleicher wurden. Der Euro verschärfte die sozialen Unterschiede zwischen dem Zentrum Europas – an dessen Spitze Deutschland mit seinen strukturellen Exportüberschüssen steht – und den schwachen Ländern Süd- und Südosteuropas. Die deutsche herrschende Klasse drückt EUropa an die Wand und nutzt den Euro dafür als Instrument. Statt Prosperität, Wohlstand und Solidarität hat er Misstrauen, Elend und Entsolidarisierung gebracht. An ihm zerbricht die Europäische Union, wenn kein radikal anderer Weg beschritten wird.

Wodurch soll das Euro-Regime ersetzt werden und wie muss sich die Linke hierzu aufstellen?

Es diskutieren:

* Patrik Köbele, Essen (Vorsitzender der DKP)

* Wilhelm Langthaler, Wien (Euro-Exit-Gruppe Wien)

* Uwe Hiksch, Bundesvorstand NaturFreunde Deutschland

* Vertreter(in) von Interventionistische Linke Düsseldorf [see red!]

Moderation: Thomas Zmrzly, Duisburg (Sprecher Duisburger Netzwerk gegen Rechts)

 

15.15-17.00 Uhr

Hoch die »antinationale« Solidarität? »Antideutsche« vereinnahmen den Internationalismus – gegen Klassenbewusstsein und Antiimperialismus

Auf dem Weg zu neuen Ufern? Unter dem Label »internationaler Antinationalismus« setzen sich »antinationale« und »postantideutsche« Organisationen wie das UmsGanze-Bündnis scheinbar von ihren früheren, durch neokonservative Ideologeme geprägten (»antideutschen«) Positionen ab. Unter den politischen Vorzeichen des Bürgerkrieges in Syrien und der Selbstverteidigungskämpfe der Kurden in Rojava und im Osten der Türkei versuchen sie sich an einer international ausgerichteten Politik. Immer mehr Internationalisten nehmen diese vermeintliche Kurskorrektur zum Anlass, Bündnisse mit diesen Kräften einzugehen. Doch bei näherer Betrachtung erweist sich auch der »internationale Antinationalismus« als auf den westlichen Imperialismus eingeschworenes Projekt. Er ist also nichts anderes als eine camouflierte Modernisierung »antideutscher« Ideologie, Strategie und jahrzehntelanger Praxis der Erosion linker Politik. Mit gravierenden Konsequenzen: Internationalismus wird von der Klassenfrage abgekoppelt, unter dem Deckmantel der »internationalen Solidarität« jede Intervention der NATO sowie deren Alliierter abgenickt, bestenfalls beschwiegen, und antiimperialistische Linke bekämpft. Nach der Instrumentalisierung des Holocausts und der Neutralisierung der Antisemitismuskritik droht nun dem Internationalismus die Zurichtung für die Affirmation von Kapitalismus und Krieg.

Veranstalter:

* Arbeitskreis 8. Mai, Frankfurt

* Assoziation Dämmerung (Gesellschaftstheorie, Ideologiekritik, Klassenkampf), Hamburg

 

 

Sonntag (3. Juli)

11.00-13.00 Uhr

Wie weiter im Ukrainekonflikt – Neuer Kalter Krieg oder wird der Konflikt eingefroren?

Es diskutieren:

* Andrej Hunko, Aachen (MdB Die Linke)

* N.N. SDAJ-Bundesvorstand

* Sergej Kiritschuk Berlin/Kiew (Internationaler Sprecher von Borotba)

 

Moderation: Susann Witt-Stahl, Hamburg (Journalistin & Chefredakteurin des Musikmagazins Melodie und Rhythmus)

 

 

13.30-14.45 Uhr

Blockadetraining & Rechtshilfe 

Aktionen des zivilen Ungehorsams sind ein wichtiges Mittel der politischen Linken. Vor allem Blockaden werden häufig eingesetzt: sei es gegen Naziaufmärsche oder Zwangsräumungen oder bei antikapitalistischen Protesten, wie etwa »Blockupy«.

Damit die Blockaden auch künftig gelingen, gibt es auf dem UZ-Pressefest die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Blockadetraining und an einer Rechtsschulung.

Für das Training sind weder Vorkenntnisse noch besondere Kleidung erforderlich.

Das Blockadetraining wird von der »Interventionistischen Linken Düsseldorf [see red!]« durchgeführt, den juristischen Teil übernimmt Rechtsanwalt Jasper Prigge aus Essen.

 

 

15.00-17.00 Uhr

»Gleiche Rechte für alle!« – Selbstorganisierte Flüchtlingsproteste und soziale Kämpfe

Immer mehr Menschen sind auf der Flucht vor Krieg, Elend und Perspektivlosigkeit. Doch auch im vermeintlich sicheren Europa gehen Diskriminierung und Unterdrückung weiter. An vielen Orten wehren sich selbstorganisierte Flüchtlingsgruppen gegen Rassismus, sie kämpfen für einen sicheren Aufenthaltsstatus, für gleiche soziale Rechte und gegen die Fluchtursachen, die Kapitalismus und Imperialismus produzieren. Wir wollen zusammen über diese Kämpfe diskutieren und über die Verbindungslinien zu anderen sozialen Bewegungen. Denn eines ist klar: Gegen kapitalistische Ausbeutung und rassistische Spaltung hilft nur eine gemeinsame soziale Offensive von unten!

Es diskutieren:

* Vertreter(in) von Afrique-Europe-Interact (angefragt)

* Vertreter(in) von Lampedusa in Hamburg (angefragt)

* Vertreter(in) vom Project Shelter (angefragt)

 

Moderation: Interventionistische Linke Düsseldorf [see red!]